Gedenken an Kurt Julius Goldstein in einem neuen Park in Hellersdorf
Am 11. April 2010, dem 65. Jahrestag der Selbstbefreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald, hatten sich mehr als 300 Menschen am zweiten Teil des neu errichteten Stadtteilparks am U-Bahnhof Hellersdorf eingefunden, um an der Übergabe des Parks und seiner Benennung nach Kurt Julius Goldstein teilzunehmen. Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle begrüßte unter den zahlreichen Gästen die beiden Söhne, André und Edgar Goldstein, Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (DIE LINKE), Bundestagsabgeordnete Gesine Lötsch (DIE LINKE), Dr. Hans Coppi, Vorsitzender der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. , Heinz Siefritz, Mitglied des Exekutivkomitees der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR), Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg, Petra Wermke, Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf, ihr Stellvertreter Norbert Eyck, Die Bezirksstadträte Dr. Manuela Schmidt, Norbert Lüdtke, Stephan Richter sowie Abgeordnete des Berliner Abgeordnetenhauses, Bezirksverordnete der SPD, der LINKEN, der CDU und von Bündnis 90/Die Grünen, Mitglieder des Heimatvereins Marzahn-Hellersdorf und Kameradinnen und Kameraden des VVN BdA.

Frau Pohle erinnerte in ihren Begrüßungsworten daran, dass die demokratischen Fraktionen in der BVV Marzahn-Hellersdorf am 15. Oktober 2009 den Beschluss gefasst haben, einen Ort im Bezirk nach Kurt Julius Goldstein zu benennen. Am 28. Januar 2010 hat das Bezirksamt in einer Vorlage zur Kenntnisnahme für den BVV mitgeteilt, dass es beschlossen hat den zweiten Teil des Hellersdorfer Stadtteilparks nach Kurt Julius Goldstein zu benennen und den Tag der Übergabe des Parks und seiner Benennung auf den 11. April 2010 zu legen.

Der Projektleiter Projektbau der Deutschen Bahn Herr Reichert übergab zunächst den Park an den Bezirk. Die Errichtung eines Stadtteilparks am U-Bahnhof Hellersdorf war ursprünglich als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für das Stadtteilzentrum Helle Mitte vorgesehen. Nachdem jedoch der Investor Insolvenz anmelden musste, setzte die Deutsche Bahn das Projekt als Ersatzmaßnahme für Bauarbeiten am Bahnhof Südkreuz um.

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Frau Pohle erinnerte in ihren Begrüßungsworten daran, dass die demokratischen Fraktionen in der BVV Marzahn-Hellersdorf am 15. Oktober 2009 den Beschluss gefasst haben, einen Ort im Bezirk nach Kurt Julius Goldstein zu benennen. Am 28. Januar 2010 hat das Bezirksamt in einer Vorlage zur Kenntnisnahme für den BVV mitgeteilt, dass es beschlossen hat den zweiten Teil des Hellersdorfer Stadtteilparks nach Kurt Julius Goldstein zu benennen und den Tag der Übergabe des Parks und seiner Benennung auf den 11. April 2010 zu legen.
Der Projektleiter Projektbau der Deutschen Bahn Herr Reichert übergab zunächst den Park an den Bezirk. Die Errichtung eines Stadtteilparks am U-Bahnhof Hellersdorf war ursprünglich als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für das Stadtteilzentrum Helle Mitte vorgesehen. Nachdem jedoch der Investor Insolvenz anmelden musste, setzte die Deutsche Bahn das Projekt als Ersatzmaßnahme für Bauarbeiten am Bahnhof Südkreuz um.
Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle, André Goldstein, der die Grußworte des Internationalen Auschwitzkomitees verlas und in persönlichen Worten an den Lebensweg seiner Vaters erinnerte, Harald Wittstock, Vorsitzende des Vereins „Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik 1936-1939“, und Michael Joachim, Vorsitzender der Repäsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, würdigten Person und Lebenswerk von Kurt Julius Goldstein und bedankten sich bei Bezirksverordnetenversammlung und Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf für diese Namensgebung. Harald Wittstock wies daraufhin, dass mit dieser Namensgebung in Deutschland erstmals nach 1989 ein republikanischer Spanienkämpfer auf diese Weise gewürdigt wird, etwas, was es in anderen europäischen Ländern längst gibt. Abschließend enthüllten André Goldstein, Dagmar Pohle und Petra Pau das Namensschild für den Park.

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Kurt Julius Goldstein wurde am 3. November 1914 in Hamm/Westfalen geboren. Er war Jude und Kommunist und während der Zeit des Faschismus im antifaschistischen Widerstandskampf. Während seiner illegalen Tätigkeit in dieser Zeit nahm er der Decknamen Kurt Berger an. Daher leitet sich sein zweiter Vorname Kurt ab, den er für sein weiteres Leben beibehielt. Von November 1936 bis 1939 nahm er als Interbrigadist am Spanischen Bürgerkrieg teil. Ab 1939 war er in Frankreich interniert: zunächst im französischen Sammellager Saint-Cyprien interniert, ab Mai 1939 in Gurs und nach Beginn des Zweiten Weltkrieges als angeblicher deutscher Spion im Lager Le Vernet. Im Juli 1942 wurde Kurt Julius Goldstein an Deutschland ausgeliefert und in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Er überlebte den Todesmarsch nach Buchenwald und war dort am 11. April 1945 am Häftlingsaufstand und an der Selbstbefreiung beteiligt. Am 19. April 1945 legte er mit anderen überlebenden Häftlingen den Schwur von Buchenwald.

Nach seiner Übersiedlung in die DDR 1951 war Kurt Julius Goldstein u.a. Intendant des „Deutschlandsenders/Stimme der DDR“. Er war ab 1976 zunächst Vizepräsident, dann Ehrenpräsident des Internationalen Auschwitzkomitees und ab 1994 Ehrenvorsitzender des Interessenverbandes der Teilnehmer am antifaschistischen Widerstandskampf, der Verfolgten des Naziregimes und der Hinterbliebenen. 2005 erhielt er das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland als Würdigung für seine Teilnahme am antifaschistischen Widerstandskampf. Kurt Julius Goldstein lebte viele Jahre bis zu seinem Tode in Biesdorf. Er starb am 24. September 2007 und ist auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde begraben.

Text: R. Schilling, C. Hübner, Fotos: Hübner, Schilling