Aus dem Vorstand

Auf dieser Seite werden für die Mitglieder des Vereins und die interessierte Öffentlichkeit Informationen des Vorstandes über die aktuelle Vereinsarbeit vorgestellt.

 

 

 

Weiterführung der Vereinsarbeit

Der Vorstand des Heimatvereins hat in seiner Sitzung Anfang Juni eine Reihe von Beschlüssen zur Weiterführung der Vereinsarbeit nach der coronabedingten Einstellung aller öffentlichen Aktivitäten gefasst.

 

Die diesjährige Halbtagsexkursion mit eigenem Pkw findet wie geplant am 26. September nach Erkner (Gerhart-Hauptmann-Haus) und Woltersdorf statt. Die Tour beginnt um 9.00 Uhr vom Parkplatz unterhalb der Mühle in Alt Marzahn.

 

Die verschobene Jahreshauptversammlung soll am 30. September 2020 im KulturGut Alt Marzahn stattfinden.

Der Vorstand des Vereins legt vor den Mitgliedern Rechenschaft über die geleistete Arbeit im Vorjahr ab. In diesem Jahr werden außerdem der Vorstand und die Kassenprüfer neu gewählt.

Die öffentliche Versammlung beginnt um 19.00 Uhr, Gäste sind herzlich willkommen.

 

Der für den 31. Oktober geplante Tag der Regional- und Heimatgeschichte wird gegenwärtig vorbereitet.

Die Veranstaltung widmet sich der Bildung von Groß-Berlin vor einhundert Jahren. Am 1. Oktober 1920 wurden die Dörfer Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Marzahn sowie die Gutsbezirke Biesdorf und Hellersdorf nach Berlin eingemeindet.

Es sind acht Beiträge zu den Entwicklungen unseres Gebietes als Teil der Großstadt vorgesehen. Die Vorträge werden im Historischen Jahrbuch 2020, des Heimatvereins veröffentlicht.

Die Veranstaltung findet im Bezirklichen Informationszentrum (BIZ), Hellersdorfer Str.179 statt. Die Tagesveranstaltung beginnt um 10 Uhr; der Eintritt ist wie immer frei.

 

Zu allen Veranstaltungen werden rechtzeitig nähere Informationen in der Presse sowie im Internet bekannt gegeben.

 

 

 

 

Erklärung des Vorsitzenden des Heimatvereins Marzahn-Hellersdorf  e.V. zum Beschluss des Vorstandes des Vereins vom 11. Februar 2020 zu den Ereignissen auf dem Parkfriedhof Marzahn am 25. Januar 2020

 

1. Wir halten es nicht mehr für akzeptabel, dass es auf einer von uns mitgetragenen Veranstaltung, dem „Stillen Gedenken an die Opfer der NS-Zwangsarbeit“ anlässlich des „Nationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus“ inzwischen zum zweiten Mal in Folge zu Rangeleien und Pöbeleien kam. Wir führen diese Veranstaltung seit dem 27. Januar 2007 durch – bis 2017 wurde der besondere Charakter des Stillen Gedenkens von allen Teilnehmern immer respektiert. Das ist nicht mehr der Fall.

Es ist für uns nicht hinnehmbar, wenn während unserer Veranstaltung zum Beispiel die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, unser Mitglied Petra Pau (DIE LINKE), wüsten Beschimpfungen ausgesetzt ist. Es ist nicht mehr hinnehmbar, wenn eine kleine Gruppe Menschen versucht, das Gedenken zu monopolisieren und sich dazu hinreißen lässt, die Gedenkstele als „ihre“ zu besetzen.

Es ist für uns nicht hinnehmbar, wenn in der Folge solcher Ereignisse am Rande der Veranstaltung ein AfD-Parlamentarier sich medial als Verteidiger der Demokratie in Szene setzen kann.

 

2. Die Vorstellung, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit auch 2021, dem 80. Jahr nach dem Beginn des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion und dem damit verbundenen Eintritt der Shoa in die aktive Phase der Massenvernichtung in den Vernichtungslagern, zu solchen, möglicherweise heftigeren Auseinandersetzungen kommen wird, erfüllt uns mit Abscheu und Entsetzen. Wir wollen nicht, dass der Parkfriedhof am Wiesenburger Weg wieder zum Ort eines größeren Polizeieinsatzes wird.

 

3. Wir mussten in den letzten Wochen mit Entsetzen feststellen, dass der Heimatverein Marzahn-Hellersdorf e.V., dessen Mitglieder seit Beginn seiner Gründung wesentliche Beiträge zur Erforschung des NS-Zeit in unserem Bezirk, zur Geschichte des antifaschistischen Widerstandes und der Shoa leisteten und leisten, ein Verein, der wesentliche Beiträge zur Etablierung einer antifaschistischen Gedenkkultur im Bezirk Marzahn-Hellersdorf leistete und leistet, dass dieser Verein inzwischen hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand in linken Kreisen als AfD-unterwandert verleumdet wird. Dieses findet inzwischen mediale Widerspiegelung und wird offensichtlich in Debatten um die Fortführung des „Stillen Gedenkens“ – die ohne unsere Einbeziehung stattfinden – entsprechend reflektiert.

Wir müssen feststellen, dass wir offensichtlich zum Placebo einer auch unseres Erachtens notwendigen politischen Auseinandersetzung mit der AfD geworden sind, die die politischen Parteien des Bezirkes entweder nicht gewillt oder nicht genug hinreichend in der Lage sind zu führen.

 

Im Ergebnis der Abwägung dieser Überlegungen hat der Vorstand des Heimatvereins Marzahn-Hellersdorf e.V. am 11. Februar 2020 beschlossen, die Mitträgerschaft für das „Stille Gedenken“ nicht mehr wahrzunehmen. Wir werden andere Formen zu finden wissen, die unserer Mitgliedschaft am jeweiligen 27. Januar, und nicht nur an diesem Gedenktag, ein antifaschistisches Gedenken in würdiger Form ermöglichen und eine entsprechende öffentliche Positionierung des Vereines ermöglichen. Ansonsten gilt für uns § 2 (1) der Satzung des Heimatvereins: „Ein aktives Vertreten von rassistischem, fremdenfeindlichem, chauvinistischem, nationalistischem und Gewalt verherrlichendem Gedankengut steht im Widerspruch zu den Zielen unserer Vereinsarbeit.“

 

Wofgang Brauer/12. Februar 2020