Stilles Gedenken am 24. und 27.01.2026
Am 24. und am 27. Januar 2026 fand das schon traditionelle Gedenken aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus und des Holocaust-Gedenktages an verschiedenen Orten im Bezirk statt. Mitglieder des Heimatvereins nahmen an mehreren Orten am Gedenken teil.
So in der Lemkestraße 156 an den sieben Stolpersteinen für die ermordeten Familienmitglieder der Familie Guthmann. Diese, die 2013 vor dem Eingang des Friedhofs Mahlsdorf Nord verlegt worden sind, wurden bei dieser Gelegenheit gesäubert. Die Familie Guthmann, die Eheleute Otto und Charlotte und die Kindern Leopold, Hans, Berthold, Eva und Maria wohnten bis zu ihrer Deportation ab 1942 in der Lemkestraße 156 . Von der ganzen Familie hat nur der Sohn Leopold überlebt, seine Eltern und Geschwister wurden in Vernichtungslagern der Nazis ermordet. Das kleine Haus, in dem die Familie gelebt hatte, gibt es nicht mehr, an der Stelle befindet sich jetzt der Friedhof Mahlsdorf Nord. Im Februar 2008 wurde der Platz am Rosenhag/Kieler Straße in Mahlsdorf in „Guthmannplatz“ umbenannt. Zur feierlichen Benennung des Platzes waren Leopold Guthmann, seine Frau und seine Töchter, Schwiegersöhne und der Enkel anwesend. Leopold Guthmann verstarb 2009. Auf Initiative und nach Recherchen von Schülerinnen und Schülern des Otto-Nagel-Gymnasiums wurden am 28.3.2013 sieben Stolpersteine für die ermordeten Familienangehörigen im Beisein der Töchter von Leopold Guthmann verlegt. Eine Tafel, die 2018 am Eingang des Friedhofs aufgestellt wurde, erinnert an das Schicksal der Familie
Guthmann.
Auch am Gedenken am Gedenkstein für die Opfer der Euthanasie und weiterer Kriegsopfer in der Nähe der Krankenhauskirche Brebacher Weg nahmen Mitglieder des Heimatvereins teil.
Am 27. Januar 2026 legten der Vorsitzende des Heimatvereins, Olaf Michael Ostertag, sowie Mitglieder der Linken Blumengebinde an der Stele zum Gedenken an die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter nieder. Olaf Michael Ostertag nahm anschließend an der Gedenkveranstaltung an der „Gedenkstätte Zwangsarbeiter Berlin-Marzahn“ auf dem Otto-Rosenberg-Platz teil.
Text: Renate Schilling

